Wie die Uderaner zu ihrem Namen kamen! 

Da fand mal einer ein Buch im Geruempel,
 Mauseloecher waren dran und Schweinsleder drumrum,
 Drin standen uralte Geschichten,
 Laecherliches von ueberall her.
 
Das las sich voll cool, am geilsten hat ihm
 Ein voll witziges Stueck aus Uder gefallen,
 Da gab's mal einen Buergermeister, ein gerissener Kerl,
 Einer wie ein Kanzler (a.D.), gut durchgefuettert...


Da kam dann mal der Kaiser in die Stadt
 und wollte da ein paar Tage pennen.
 Eine ganze Hundertschaft Ritter war bei ihm,
 Fuer's Eichsfeld war das wie ein Weltwunder.
 
Wie saure Milch liefen die Massen zusammen,
 als haette die Feuerwehr einen Grosseinsatz.
 Jetzt kam der Kaiser auf seinem Pferd daher,
 Da guckten die Eichsfelder wie Autos.
 
Dem Buergermeister von Uder, er hiess Hansfranz Hase,
 dem juckten die Ritter wie Floehe unterm Hintern.
 Ritter zu werden, war sein Lebenstraum,
 Drum draengelte er sichbis ganz nach vorn.
 
Der Kaiser hat dann Mittags in seinem Zimmer
 Die Eichsfelder Prominenz empfangen.
 Da stellte sichauchder Hase vor die Tuer
 und kam dann endlich als letzter dran.
 
"Hallo Herr Kaiser", sagte der Buergermeister,
 "Ich bin auch ein Buergermeister, ein spitzenmaessiger,
 Eigentlich geht es mir klasse, aber so richtig froh, waere ich,
 Wenn Sie mich zum Ritter schlagen wuerden.
 
"Der Kaiser sagte: "Das ist so eine Sache,
 Recht kompliziert, das ist unmoeglich.
 Doch hast Du ein Pferd, will ich es tun,
 ansonsten sieh zu, dass Du Land gewinnst!"
 
Da kratzte sich der Buergermeister an den Ohren
 Und sagte verdrossen: "Nun bin ich blamiert,
 Pferde sind in Uder hoellisch rar,
 Doch bloede Ochsen, davon hat in Uder jeder ein paar.


Der Kaiser hielt sich den Bauch vor Lachen und meinte:
 "Schon gut, das machen wir schon,
 Der Ochse ist ja auch einnuetzliches Tier,
 Wirst Du eben ein Ochsenritter.
 
Doch "Hase", klingt nicht schon fuer einen Ritter,
 Den Namen solltest Du schnell vergessen,
 "Von Eulenburg" heisst Du vom heutigen Tag,
 Nun knie Dich gleich nieder zum Ritterschlag!"
 
Da bekam er vom Kaiser so eine gescheuert,
 Dass ihm die Traenen aus den Augen liefen.
 Aber er blieb cool und liess sich nichts anmerken,
 Er dankte dem Kaiser und ging stolz hinaus.
 
Am Sonntag nach der Kirche,
 Standen bald alles auf dem Anger, was Beine hatte.
 Zuletzt kam der Buergermeister und sagte:
 "Klappe und hoert mir zu!
 
Buerger von Uder, vor ein paar Tagen,
 Da hatt mich der Kaiser zum Ritter geschlagen.
 Ich bin jetzt der Ritter von Eulenburg
 Und "Hase" so nennt michvon jetzt an kein Schwein."
 
Da freuten sie sich alle wie die Koenige,
 Ihr Buergermeister war der absolut coolste.
 Sie beschlossen, dem Buergermeister zur Ehre
 Am Sonntag ein grosses Turnier zu veranstalten.
 
Am Sonntag zog das ganze Dorf zum Bachrasen,
 Die Alten, die Kinder, die Onkels und die Kusinen,
 Von Lutter, Lenterode, Thalwenden, Sch�nau,
 Die kamen alle zur Ochsenheerschau.
 
Das war ein Getuemmel, kaum beschreibbar,
 Weit schlimmer als das Muenchner Oktoberfest.
 Einer rief wohl: "Hopsa!" und ein andrer gar: "O weh!"
 Jedenfalls konnte man sein eigenes Wort nicht verstehn.
 
Auf einmal war auf dem Bachrasen Stille,
 Von weitem, da hoerte man Ochsengebruelle.
 Da naeherte sich eine gewaltige Herde
 Junger Kerle auf Ochsen im Galopp.
 
Beim Huertehaus stand eine geile Trib�ne,
 Da sass der Buergermeister mit seiner Frau.
 Da ritten die Ochsenritter dran vorbei,
 Sie gruessten den Buergermeister und los ging's.
 
Zwei Typen in Leder, die gaben den Ochsen die Sporen,
 Sie schlugen sich immer die Peitschen um die Ohren,
 Nicht lange, da lag einer drin im Morast,
 Die Leute lachten sich bald einen Ast.
 
Zwei Bubis griffen sich mit Latten an,
 Sie kloppten sich wie wild an die Birnen,
 Bis beiden das Hoeren und Sehen verging,
 Sie fielen vom Ochsen und bluteten wie ein Schwein.
 
So ging das Turnier auf der Wiese bis zum Abend,
 Bis die Burschen und Ochsen fix und fertig waren.
 Wer ein Kampfspiel gewann, dem gab als Dank
 Der Buergermeister eine Wurst hin, wie ein Hackenstiel lang.
 
Als die Bursche alle am Tropf hingen,
 Da stieg der Buergermeister nun selbst auf einen Bullen,
 Jetzt krachten die Knueppel dem Ochsen auf's Kreuz,
 Und auf ging's zum Bachrasen fix wie der Blitz.
 
Die Burschen ritten wie tolle Kosacken,
 Als saesse ihnen der Satan selbst im Nacken.
 Das war ein Getrampel, Gegroehle, Hallo,
 Die Schw�nze der Ochsen flogen nur so.
 
Der helle Mond stand gerade eine Weile am Himmel
 Da beendete man bald das grooee Getuemmel.
 Mit Musik brachten sie den Buergermeister nach Hause,
 Da gab's ein Fass Branntwein zum froehlichen Schluss.
 
Noch lange hat man sich das im Eichsfeld erzaehlt,
 Wie genial das Turnier in Uder war.
 Und seitdem hat man, wie allseits bekannt,
 Die Uderschen Ossenritter genannt!

 
 

Gratis Homepage erstellen bei Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!